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Freiwillige Feuerwehr Machtlos

Gemeindebrandinspektor: Gerold Stein

Mobiltelefon (0162) 4787394 Gemeindebrandinspektor: Gerold Stein
Mobiltelefon (0160) 6081394 Wehrführer: Uwe Klaudy

Es liegen leider keine Erkenntnisse darüber vor, ob in Machtlos in früheren Jahren eine Pflichtfeuerwehr bestand.

Die angestellten Nachforschungen belegen jedoch, dass die heute noch vorhandene Handspritze im Jahre 1898 angeschafft worden ist. Jeder Haushalt war seiner Zeit verpflichtet, einen Ledereimer anzuschaffen, hierzu wurde ein Beitrag von 1,50 Mark aufgewendet. 2-3-mal im Jahr wurde die Handspritze ausprobiert. Dazu kam Brandmeister Vetter aus Breitenbach zu Fuß nach Machtlos. Bevor er eintraf sorgte Gerätewart Georg Heiderich dafür, dass die Spritze einsatzbereit (geölt) war. Wenn der Ortsbrandmeister da war, machte der Ortsdiener Johannes Hehlgans mit dem zweitönigen Horn eine Runde durchs Dorf und rief: „de Spretz soll usprowiet wärn“. Die Männer eilten im Galopp mit der Spritze zum angenommen Brandherd, der immer in der Nähe des einzigen Hydranten beim Haus Falk war.

 

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr erfolgte im Jahre 1933. Es traten insgesamt 25 Mitglieder bei. Im gleichen Jahre wurden noch Uniformen angeschafft. Valentin Schuch wurde zum Brandmeister gewählt. Festzuhalten ist, dass in den 30iger Jahren in machtlos kein einziger Brand zu löschen war.

 

Im Herbst des Jahres 1940 läuteten um Mitternacht die Glocken. Die Scheune der Familie Georg Lippert stand in Flammen. In kürzester Zeit waren viele Helfer da und fingen an das Haus zu räumen, Schweine und Kühe aus dem Stall zu holen. Die Handspritze war umgehend zur Stelle. Was fehlte war Löschwasser. Michael Anschatz wusste zu helfen. Er spannte die Pferde ein und holte und holte das zufällig auf dem Hof Geißel stehende, gefüllte Jauchefass zur Brandstelle. So gelang es, das Wohnhaus zu retten, die Scheune brannte völlig nieder. Zwischenzeitlich war auch die Wehr aus Breitenbach angerückt und mit der Motorspritze wurde vom Stauwehr Wasser an die Brandstelle geschafft. Damit konnte das Feuer endgültig gelöscht werden.

 

Zu dieser Zeit kam der Wunsch auf, auch eine Motorspritze anzuschaffen. Im Jahre 1941 wurde ein Tragkraftspritzenanhänger mit der Spritze ausgeliefert.

 

Die Übergabe erfolgte durch eine Abordnung aus Ziegenhain und den Breitenbacher Brandmeister Hans Post.

Der nächste Großeinsatz der Wehr erfolgte 1947. Ein Waldbrand im „Wäldchen“ war ausgebrochen. Die Wehren aus Ibra, Kemmerode, Weißenborn, Görzhain und Breitenbach wurden zu Hilfe gerufen. Da kein Löschwasser in der näheren Umgebung zur Verfügung stand, musste mit Schaufeln, Hacken und Äxten dem Brand zu Leibe gerückt werden. Es verbrannten insgesamt rd. 50 ha Wald.

 

Der nächste Brand musste im Jahr 1951 bei Familie Braun bekämpft werden. Das Wohnhaus konnte gerettet werden. Jedoch musste das Nachbarhaus (Forsthaus) wegen starker Beschädigungen abgerissen werden.

 

Aufgrund des sich zeigenden Wassermangels bei diesem Brand wurde in den Jahren 1951/52 ein Feuerlöschteich angelegt. Alle Arbeiten wurden im Hand- und Spanndienst erledigt.

 

Im Jahre 1953 trat Brandmeister Valentin Schuch aus Altersgründen zurück. Er hatte dieses Amt 20 Jahre geleitet. Sein Sohn Philipp Schuch wurde zum Nachfolger gewählt.

 

Im Jahre 1958 konnte die Feuerwehr ein neues Gerätehaus mit Schlauchtrockenturm in Betrieb nehmen. Auch hier erfolgte der Bau zum größten Teil in Eigenleistung.

 

1966 erfolgte ein Einsatz bei einem Scheunenbrand in Ibra. 1968 wurde der neue Hochbehälter in Betrieb genommen, gleichzeitig erfolgte in diesem Zusammenhang die Installation von 15 Unterflughydranten.

 

1971 wurde eine neue Tragkraftspritze angeschafft. Im Jahre 1976 hat die Großgemeinde zur Sicherstellung des Brandschutzes für den OT Machtlos ein Tragkraftspritzenfahrzeug im Rahmen der landesweiten Beschaffungsaktion angekauft. Das Fahrzeug wurde durch Kreisbrandinspektor Herbert Glöckner und Bürgermeister Helmut Salzmann übergeben. Die Gesamtkosten betrugen 30.000 DM, wovon die Gemeinde 9.000 DM aufbringen musste.

 

1976 trat Wehrführer Philip Schuch zurück. Auch er hatte dieses Amt 23 Jahre geleitet. Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Helmut Schreiber wurde sein Nachfolger.

 

Im August 1978 hat die Feuerwehr beim Scheunenbrand in Hof Ottersbach ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellt.

Der schwärzeste Tag in der Geschichte der Feuerwehr bis dahin dürfte der 6. Juni 1980 sein. Die Mitglieder wurden eingeladen mit der Tagesordnung: „Beschlussfassung über die Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr und Einführung einer Hilfsfeuerwehr.“ Es wäre wahrscheinlich die einzige Hilfswehr im ganzen Bundesgebiet gewesen.

 

In der Jahreshauptversammlung 1982 legte Helmut Schreiber sein Amt als Wehrführer nieder. Otto Völpert wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Helmut Schreiber wurde jetzt Gerätewart. Sein persönliches Bestreben war es, auch die alte Motorspritze wieder einsatzfähig zu machen. Dieses ist ihm bestens gelungen.

 

Im Jahre 1983 konnte die Wehr ihr 50jähriges Bestehen feiern.