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Die Burg Herzberg - Beschreibung der Burg

Die Burg Herzberg gehört wegen ihrer geographischen Lage zu den interessantesten hessischen Burgen.

 

Die von Alsfeld kommende und dicht unter dem Herzberg bis nach Hersfeld und Thüringen führende „alte Heerstraße“ – heute B62 – hatte die Bezeichnung „durch die kurzen Hessen“. Durch viele Jahrhunderte hindurch war dies die Hauptverbindung zwischen Leipzig und Frankfurt am Main.

 

Burg Herzberg, die Kapelle

 

Die beherrschende Lage des Herzberges an dieser wichtigen Straße gab den Anreiz zum Bau dieser Burganlage. Während der früheren Jahrhunderte war die Bezeichnung „Hirschberg“. Der Berg hat eine Höhe von 503 m über NN und bildet die höchste Erhebung eines südlich und nördlich abfallenden Bergrückens.

 

Der einzige Zugang zur Burg liegt auf der Südseite. Er wird durch eine Bastion, die nach Südosten scharf vorspringt, gesichert. In den beiden Schanzen standen Kanonen. Zur Verstärkung waren außerdem noch Palisaden und Schlagbäume am Burgeingang errichtet.

 

Launer Luftbild

 

Eine steinerne Brücke, unterbrochen durch eine Zugbrücke, führte zum Doppeltor der Vorburg. Heute ist nur noch das innere Tor vorhanden. Die Zugbrücke wurde 1788 entfernt und der Graben vor dem Tor zugeschüttet. Rechts und links vom Burgtor befinden sich Wehrgänge. Doppelte Mauern schützen den Eingang in besonderer Weise. Links liegt ein starker viereckiger Turm, auch Kommandanten-Turm genannt, der als Wachturm für die Burganlage diente. Die Erhebung in der linken Vorburg heißt „die Batterie“, hier waren Geschütze aufgestellt. Ebenfalls in der Vorburg befanden sich Rüstkammern und Magazine.

 

Auf einer Treppe mit 35 Stufen gelangt man in die Hochburg, in der sich die Wohnräume der Burgherren befanden. Sie wurden 1700 sämtlich abgebrochen. Die Burganlage wird durch 6 Rundtürme verstärkt. Drei Türme befinden sich an der am meisten gefährdeten Südseite. Der mittlere, der nach Süden gelegenen Türme war der Gerichts- und Gefängnisturm. Ganz tief im untersten Geschoss befand sich der Kerker – in den die Gefangenen durch ein Loch im Deckengewölbe hinabgelassen wurden.

 

Winterburg

 

Die beiden Türme auf den Basaltklippen der Nordseite trugen auch früher keine Dächer. Auf dem Huhnstädter Turm standen in Kriegszeiten Geschütze. Der rechte Turm war das Pulverhaus. Es besteht kein Zweifel darüber, dass von der Burg aus ein unterirdischer Gang bis zum Hof Huhnstadt bestand. Ob diese unterirdische Verbindung durch Gefangene gegraben wurde, kann nicht mehr festgestellt werden. Dass noch weitere solcher Verbindungen zu anderen Orten bestanden haben, ist sicher nur eine Vermutung.

 

Zwangsläufig wird der Besucher der Burg während seines Rundblickes die überaus reizvolle Umgebung des Herzberges wahrnehmen. Die Aussicht an klaren Tagen ist einfach überwältigend.

 

Poster Herzberg

 

Quelle:

700 Jahre Breitenbach am Herzberg - Geschichte unserer Heimat 1294 – 1994

 

Schrifttum

Hier finden Sie das Schrifttum zum Download: 3. Schrifttum