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Entwicklung bis zur Neuzeit

1946- Während sich zu Beginn des Krieges in Breitenbach höchsten 3-4 Volksempfänger (kleines Kastenradio) befanden, schnellte diese Zahl im Laufe des Krieges steil nach oben. Jedes Haus wollte unbedingt Nachrichten hören. Es begann der Siegeszug des Radios. Die Geräte wurden verbessert – ebenfalls nach dem Krieg kam das Telefon mehr und mehr in die Häuser. Während sich in den ersten 600 Jahren der Geschichte unseres Dorfes kaum


1946- Veränderungen zeigten und das Leben stets nach dem gleichen Muster ablief; die letzten 100 Jahre brachten einen technischen Wandel, der nur schwer zu beschreiben ist.

 

1963- Am Anfang der (19)-50iger Jahre kam das Fernsehen auf. Nach und nach kamen in die einzelnen Familien Geräte, damals noch schwarz-weiß. Nach dem Krieg setzte ein unerhörter wirtschaftlicher Aufschwung ein, dabei half die Motorisierung mit. Immer mehr Fahrzeuge (zuerst Motorräder, dann Traktoren und Autos) kamen ins Dorf. Die elektrische Waschmaschine löste den Waschtag ab, immer mehr Elektroherde und
Kühlschränke verbesserten die Häuslichen Möglichkeiten. Schon tauchten die ersten Mähdrescher auf. Doch die gute alte Dreschmaschine konnte sich bei uns noch bis zum Jahre 1963 halten. Aber dann war ihre Zeit auch bei uns endgültig abgelaufen.

 

Das Netz der vorhandenen Straßen wurde baulich verbessert und um den Strom der Kraftfahrzeuge zu bewältigen, wurden viele größere Neubauprojekte in Angriff genommen.

 

Hier im Dorf wurden zahlreiche kommunale Vorhaben geplant und ausgeführt. Ob wir uns noch daran erinnern, mit welchem finanziellen Aufwand die folgenden Projekte entstanden sind?

 

1951- Neubau und Einweihung der Volksschule

1953- Neubau von 2 gemeindeeigenen Wohnhäusern im Baugebiet Hohe Luft

1964- 1. Abschnitt der Kanalisation

1972- Bau des Naherholungszentrums mit Campingplatz

1974- Erneuerung der Wasserleitung und Bau eines größeren, höhergelegenen Hochbehälters sowie Bohrung eines Tiefenbrunnens

1976- Bau des Kindergartens

1978- Bau der Turnhalle durch den Landkreis Hersfeld-Rotenburg in Schulnähe

1978- Bau des Bürgerhauses (Fertigstellung 1984)

1986- Bau der Kanalisation und Kläranlage im OT Machtlos

1987- Bau einer neuen Kläranlage

1991- Bau der Sportanlage im Riegelgrund

1992- Anschluss OT Hatterode an die Kläranlage

1993- Anschluss OT Gehau an die Kläranlage. Nicht vergessen bei den kommunalen Bauvorhaben darf man auch die Erschließung der Neubaugebiete. Hier sind zu nennen: Lehmkaute/Riegelgrund, Hohe Luft, Schöne Aussicht, Wiesenstraße, Am Guten Strauch/Gänseacker.

 

1970- Ein Ereignis soll hier besonders erwähnt werden. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen werden zahlreiche kleinere Orte zunächst freiwillig und dann durch Gesetz zu größeren Verwaltungseinheiten zusammengefasst.

 

1972- Breitenbach und die umliegenden Orte Gehau, Hatterode, Oberjossa und Machtlos bilden von nun an die Großgemeinde Breitenbach. Wer die Gebietsreform recht kritisch betrachtet, muss doch in unserem Falle zugestehen, dass kein Willkürakt vom Lande verfügt wurde, sondern dass eigentlich nur vereinigt wurde, was schon Jahrhunderte stets zusammengehörte, das alte Kirchspiel Breitenbach.

 

Gebietsreform

Sie bedeutet aber auch für unsere heutigen Ortsteile den Verlust einer jahrhundertelangen kommunalen Selbstständigkeit. Das war schmerzlich. Ein Mann, der viele Jahre Gemeindevertreter seines Ortes war, sagte zu all den vielen Neuerungen, auch zu den politischen Veränderungen: „Es wird nicht besser, es wird alles nur anders!“

 

Gemeindekindergarten

Bei der Beschreibung unserer Gemeinde bis zur Gegenwart soll auch der Kindergarten seine Erwähnung finden. Als Gemeinschaftseinrichtung von besonders hohem Wert hat die Gemeinde hier eine Einrichtung geschaffen, die allgemein bei den Einwohnern eine breite Resonanz gefunden hat.

 

Friedhofshallen

Vielleicht ist es uns allen schon zur Selbstverständlichkeit geworden, dass wir bei Beerdigungen nicht mehr in Sturm und Regen draußen ungeschützt verweilen müssen, sondern in allen Ortsteilen von der Gemeinde Friedhofshallen errichtet wurden. Errichtung der Friedhofshallen je Ortsteil:

  • Breitenbach Bau- 1970
  • Gehau Bau- 1972
  • Hatterode Bau- 1980
  • Oberjossa Bau- 1980
  • Machtlos Bau- 1980

 

Zeitanalyse

Wir leben in einer unerhört schnelllebigen Zeit. Wir erlebten 1990 voller Staunen die Wiedervereinigung Deutschlands und den Zusammenbruch des Kommunismus. Aber die Entwicklung schreitet täglich weiter voran. Nun geht es nicht mehr um Hessen, auch nicht mehr um die wiedervereinigte Bundesrepublik, wir sind schon mitten in der europäischen Staatengemeinschaft. Der Bau des europäischen Hauses macht rasante Fortschritte – ob es uns nun gefällt oder nicht. Die Politiker streiten sich noch um die Hauptstadt – aber den europäischen Staatenverbund gibt es schon. Die Zollschranken sind schon weggeräumt. Der Sitz der europäischen Notenbank wird in Frankfurt am Main sein. Im Augenblick der Drucklegung dieser Heimatgeschichte werden die ersten Umrisse der neuen (zukünftigen?) Währung erkennbaren: Wir bekommen den ECU.