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Turn- und Sportverein „Blau-Weiß“ Breitenbach

Im Jahre 1912 wurde nach vorausgegangenen Vorbesprechungen durch junge Männer unsers Ortes der Turnverein Breitenbach ins Leben gerufen. Die Gründungsversammlung fand im November statt. In dieser Versammlung war auch der Gauvertreter des Oberfulda-Werra-Rhön-Gaues, Rechnungsrat Fernau, anwesend. Der neugegründete Verein trat der Deutschen Turnerschaft bei.

 

Dem ersten gewählten Vorstand gehörten an:

 

Ludwig Zimmermann, 1. Vorsitzender

Wilhelm Walper, 2. Vorsitzender

Heinrich Reiss, Schriftwart

August Schmidt, Kassenwart

Johann Jost Lippert und Daniel Heipel, Beisitzer

Johannes Demant und Zacharias Lotz, Turnwarte

Jakob Gerst, Zeugwart

 

Der Verein wirdmete sich in den Anfangsjahren nur der turnerischen Tätigkeit. Der junge Verein ging gleich schweren Zeiten entgegen. Der 1. Weltkrieg 1914/18 unterbrach jäh die Arbeit und der Turnbetrieb musste auf längere Zeit ganz eingestellt werden. Im Oktober 1919 entschloß sich der Verein, wieder die Tätigkeit und seine begonnene Arbeit an der Jugend im Jahn’schen Geist weiterzuführen.

 

Das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm Franz Storch. Ein Jahr später übernahm Ludwig Zimmermann wieder die Führung des Vereines.

 

Voller Pflichtbewusstsein und Verantwortung führte er dieses Amt zwei Jahrzehnte durch das Auf und Ab des Zeitgeschehens.

 

Auf einige Glanzvolle Höhepunkte dieser Zeit kann der Verein auch heute noch mit Stolz zurückschauen. Stellvertretend sollen angeführt werden:

 

Bezirksturnfest des Turnbezirkes Hersfeld 1925 in Breitenbach

Erster Preis beim Gauturnfest in Gersfeld 1926

Gauwettturnen Oberfulda-Werra-Rhön 1930 Breitenbach

 

Während dieses Ereignisses wurde die Fahne des Vereines geweiht. Der Spruch auf der Fahne lautete:

„Mit Mut und Kraft den Preis erringen, dem Vaterland mög’s Segen bringen.“

 

Ludwig Zimmermann verstarb 1933 und der bisherige Oberturnwart Johannes Gerst übernahm die Geschicke des Vereines.

 

Im Jahre 1937 wurde in würdiger Form das 25-jährige Bestehen gefeiert.

 

Den dem Verein noch angehörenden Gründern wurde der Ehrenbrief des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen überreicht.

 

Durch die Auswirkungen des 2. Weltkrieges wurde der Turnbetrieb wieder eingestellt.

 

Nach dem Weltkrieg wurde der Sportgedanke wieder lebendig und die Abteilungen Turnen und Fußball nahmen unter schwierigen Bedingungen den Betrieb wieder auf. Peter Kraus, Konrad Riegelmann, Kaspar Dippel und einige weitere Idealisten bemühten sich besonders und versuchten mit viel persönlichem Einsatz, die anfänglichen Schwierigkeiten zu überwinden. Den Vorsitz führte Kaspar Dippel. Die Leitung des Turnens lag wieder in der Hand von Valentin Wettlaufer. Trotz der Wirrnisse der Nachkriegszeit bekam der Name des Vereins durch stetiges Bemühen den alten guten Ruf wieder. Durch Unstimmigkeiten aber trennten sich die Abteilungen Fußball und Turnen. Die Turner zogen unter der Leitung von Lehrer Karl Hühner und Herbert Hoppegarten in den Schaak’schen Saal. Anfang des Jahres 1950 wurde Hugo Uhl zum Vorsitzenden des Fußballvereins gewählt. Unter seiner Leitung konnte die Fußballabteilung beachtliche Erfolge verbuchen. Im Mai 1950 wurde im Rahmen einer gut gelungenen Einweihungsfeier dem Verein von Baron Hans von Dörnberg ein Sportplatz zur Verfügung gestellt. Auch gelang es, die getrennten Abteilungen wieder zu verschmelzen. Die Gesamtleitung lag in den Händen von Hugo Uhl.

 

Das Band der Einigkeit umschloß wieder alle Sporttreibenden Jungen und Mädchen unseres Ortes in dem „Turn- und Sportverein Blau Weiß 1912 e.V. Breitenbach“.

 

Im Verlauf des Jahres 1951 wurde dem Verein eine Tischtennis-Abteilung angegliedert. Unterihrem Leiter Hans Wettlaufer sollte sie noch beachtliche Erfolge beziehen.

 

Ende des Jahres 1952 legte Hugo Uhl sein Amt als 1. Vorsitzender nieder und zu seinem Nachfolger wurde Hans Heipel gewählt. Unter dessen Leitung konnte die Fußball- wie die Tischtennis-Abteilung mit beachtlichen Erfolgen das Interesse der Öffentlichkeit auf sich ziehen. Auch die Kulturabteilung trat, wie schon früher, mit Theaterveranstaltungen auf, die den Beifall der Zuschauer fanden.

 

Im Jahre 1969 legte Hans Heipel das Amt des 1. Vorsitzenden nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Karl Heipel gewählt.

Im Jahre 1971 gründete sich die Damengymnastikgruppe. Ein Jahr später, 1972, wurde das 60-jährige Vereinsjubiläum gefeiert.

Der Verein hat im Jahre 1993 insgesamt 377 Mitglieder. Für die nahe Zukunft ist am neuen Sportplatz der Bau eines Vereinsheimes geplant.

 

In den vielen Jahren seines Bestehens hat der Turn- und Sportverein das Auf und Ab der Zeitgeschichte miterlebt. Er musste neben zwei Weltkriegen noch manches Tief überwinden. Immer aber fanden sich Menschen, die sich uneigennützig zur Verfügung stellten und dem Wohle unseres Vereines dienten.

 

Damals wie heute besteht das Hauptziel des Vereines darin, Menschen für den Sport zu begeistern, Kameradschaft zu pflegen und sich sportlich fair zu verhalten.

 

In diesem Sinne möge die Erinnerung an die Vergangenheit mit ihren Erfolgen und auch Niederlagen Ansporn sein für alle Vereinsmitglieder und Mitbürger in der Gegenwart und auch in der Zukunft.