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Schützenverein Gehau 1924

Schon im Jahre 1924, als nach dem Ende des ersten Weltkrieges und nach den Inflationswirren der zwanziger Jahre sich die wirtschaftliche und politische Lage stabilisierte, schlossen sich sieben Gehauer Bürger zu einem Schützenverein zusammen. Auf dem Südhang gegenüber der Gaststätte Faust, unmittelbar über dem heutigen Anwesen der Familie Gischler, wurde ein betonierter Kugelfang errichtet, dessen Überreste noch heute zu finden sind. Die Schützen schossen mit Kleinkaliberbüchsen von der inzwischen abgerissenen Schießhalle hinter dem Gasthaus Faust aus, über das Wiesental auf die damals noch gebräuchlichen 12er Ringscheiben. An Mann und Waffe wurden hohe Anforderungen gestellt. Eine der damals benutzten Büchsen ist heute noch in schussbereitem Zustand und zeichnet sich trotz ihres Alters durch ihre hohe Schussgenauigkeit aus. Auffällig an ihr ist die extrem dicke Wandung des Laufes, die den Schwerpunkt der Waffe weit nach vorne verlagert. Aus Gründen der Kostenersparnis wurden die abgeschossenen Hülsen gesammelt und wiedergeladen, ein Trend der heute bei den Pistolenschützen sich wieder durchsetzt.


Das Schießen fand gewöhnlich sonntags statt. Zu Wettkämpfen, die im Kreis Hersfeld stattfanden, wurde mit dem Fahrrad gefahren. Das hatte zufolge, dass man bei der Ankunft schon erhebliche Körperliche Strapazen hinter sich hatte.

 

Auch schon damals waren die Gehauer Schützen auf den Schießständen der befreundeten Vereine bekannt für ihre Treffsicherheit. Unter anderem gehörten damals Adam Allendorf, Heinrich Allendorf, Johannes Becker, Karl Becker I, Karl Gerst, Johannes Gieß und Konrad Dusenberg dem Verein an. 1933 wurde der Verein nach der nationalsozialistischen Gleichschaltung aufgelöst.

 

Am 11. Februar 1966, so das Protokoll, wurde wiederum ein Schützenverein in Gehau gegründet, mit der Hoffnung, „dass der neu ins Leben gerufenen Verein nicht wie ein Strohfeuer auflodert, sondern sich, wie der Verein der Vorfahren als beständig und von Dauer erweisen möge“. 31 Gründungsmitglieder wählten Willi Stein zum Vorsitzenden. Der Schießbetrieb wurde im Saal der Gaststätte Gerst mit dem Luftgewehr aufgenommen. Aus Gründen der kürzeren Fahrtstrecke entschloss man sich, sich dem Schießkreis Alsfeld anzuschließen. 1967/68 wurde zum ersten Male an den Wettkämpfen teilgenommen. Die Schützen waren Karl Diehl, Wolfgang Vogel, Willi Stein, Ernst Allendorf, Gerhard Holzbrecher, Klaus Röther, Heinrich Kraus, Franz-Karl Gerst, Erich Arndt und Karl Becker II.


1970/71 kam der Schießbetrieb fast vollständig zum Erliegen und es wurde ernsthaft erwogen, den Verein aufzulösen. In der Jahreshauptversammlung vom 21. März 1972 sprachen sich jedoch 19 Mitglieder für ein Weiterbestehen aus. Neuer Vorsitzender wurde Klaus Röther.


1972/73 nahm eine stark verjüngte Mannschaft die Rundenwettkämpfe wieder auf. Sie wurde auf Anhieb Meister ihrer Klasse ohne Verlustpunkt. Auch in den folgenden Jahren hielt die3 Erfolgsserie an. Es konnte jedes Jahr ein Aufstieg bis in die Grundklasse I verbucht werden. Seit der Wiederaufnahme der Wettkämpfe ist die Mannschaft auf eigenen Ständen ungeschlagen. An diesen Erfolgen waren maßgeblich beteiligt: Gerhard Schäfer, Wilfried Diebel, Walter Gischler, Klaus Röther, Ernst Zimmermann, Ernst Wettlaufer, Klaus Schlecht, Ernst Allendorf und Franz-Karl Gerst.